Sicherheitskonzept
Das Sicherheitskonzept erfüllt zwei wichtige Aufgaben: Erstens enthält es Massnahmen zur Verhinderung von Unfällen und zweitens Überlegungen zum Vorgehen im Notfall.
Das schriftliche Festhalten deiner Überlegungen im Sicherheitskonzept bringt für dich und dein Leitungsteam verschiedene, entscheidende Vorteile mit sich:
Es trägt dazu bei, dass alle über die gleichen Informationen verfügen.
Es hilft dir, die geplanten Sicherheitsmassnahmen kurz vor der Durchführung noch einmal zu vergegenwärtigen und umzusetzen.
Es ermöglicht dir, deine Sicherheitsüberlegungen gegenüber Dritten sichtbar zu machen. So können beispielsweise Coach und AL nachvollziehen, was du dir bereits überlegt hast und können dir zusätzlich wertvolle Tipps geben.
Sollte trotz Sicherheitskonzept einmal etwas passieren, so hilft dir das Sicherheitskonzept gegenüber den Untersuchungsbehörden aufzuzeigen, dass du die Aktivität sorgfältig und umsichtig geplant hast.
Jede Wanderung muss sorgfältig geplant werden. Zur Wanderplanung gehören immer eine klare Routenplanung, eine realistische Marschzeitberechnung mit genügend Zeitreserven und ein entsprechendes Sicherheitskonzept. Die Methode 3 x 3 hilft dir bei der Planung und Durchführung der Wanderung sicherheitsrelevante Aspekte zu erkennen. Dazu gehören unter anderem folgende Punkte, die geklärt und im Sicherheitskonzept festgehalten werden sollen (Auflistung nicht abschliessend):
Verantwortung innerhalb des Leitungsteams: Wer übernimmt auf der Wanderung welche Rolle (z.B. Pilot, Co-Pilot, Schlusslicht)? Gibt es Situationen, in denen wir die Gruppe aufteilen?
Sicherheitsrelevante Verhaltensregeln: Gibt es spezielle Regeln für das Verhalten unterwegs, die mit der Gruppe vereinbart werden müssen (z.B. nicht vorausrennen; den Rucksack auf den Weg legen, wenn man den Weg verlässt um zu pinkeln)?
Alternative Varianten und Abbruchkriterien: Wo haben wir Möglichkeiten, die Wanderung abzukürzen oder frühzeitig zu beenden (Ausstiegspunkte)? Wann brechen wir die Wanderung ab und kehren um, ohne das Ziel erreicht zu haben (z.B. Wetterverschlechterung, gesundheitliche Probleme, Kräftereserven der Gruppe)?
Ausrüstung: Welche spezielle Ausrüstung braucht es für die Leitung (z.B. Karten, Mobiltelefon verteilt auf mehrere Personen), welche Ausrüstung brauchen die Teilnehmenden (z.B. gutes Schuhwerk, Witterungsschutz, gut eingestellter Rucksack, Verpflegung)?
Schlüsselstellen: Welches sind die anspruchsvollsten Teile der Wanderung? Sind alle Teilnehmenden diesen Stellen gewachsen? Braucht es spezielle Massnahmen, um sie zu bewältigen (z.B. spezielle Regeln, die vor der heiklen Stelle mitden Teilnehmenden diskutiert werden)?
Weitere Informationen findest du im cudesch unter https://cudesch.scout.ch/de/link/103#bkmrk-page-title
Die Methode 3x3
Wanderungsleitung
Leitungsstile beschreiben dein Verhalten als Leiter. Du beeinflusst damit den Erfolg der ganzen Aktivität. Ein situationsangepasster Leitungsstil ist Voraussetzung.
Ein klarer Leitungsstil ist immer dann angebracht, wenn sich aus Sicherheitsgründen alle an bestimmte Regeln und Verhaltensweisen halten müssen. Dann gibst du als Leiter die Regeln vor und kontrollierst deren Einhaltung. Es hilft, wenn du die Regeln im Voraus klar besprichst, und die Teilnehmenden verstehen, warum sie eingehalten werden müssen. Zum Beispiel wird im Absturzgelände hintereinander und nicht nebeneinander gewandert. Wenn es das Gelände und die Sicherheit erlauben, kannst du einen Leitungsstil wählen, der die Teilnehmenden in Entscheidungen mit einbezieht. Dies fördert selbständiges und verantwortungsbewusstes Handeln. Ihr könnt beispielsweise gemeinsam bestimmen, ob ein Abstecher auf einen Gipfel gemacht oder direkt weitergewandert wird.
Ein offener Leitungsstil lässt den Teilnehmenden viel Freiraum für individuelle Interessen und Tätigkeiten. Dies eignet sich beispielsweise nach der Ankunft auf einem Biwakplatz. Auf anspruchsvollen Bergwanderungen hat dieser Leitungsstil jedoch nichts verloren. Überlege dir vor einer Wanderung jeweils, wann du welchen Leitungsstil wählen kannst.
Das Leitungsteam
Im absoluten Minimum sollte das Leitungsteam aus zwei Personen bestehen. Sinnvoll ist, wenn man sich aufteilt auf einen "Pilot" und einen "Co-Pilot". Der Pilot hat die klare Führung- und Orientierungsarbeit. Der Co-pilot ist das Kontrollorgan, denkt laut mit und berät den Piloten. Bei einem grösseren Leitungsteam können die restlichen Leitenden als "Flight Attendants" eingesetzt werden, welche sich um die kleinen Sörgeli der Gruppe selbstständig und melden grössere Probleme dem Piloten. Eine Person sollte zwingend das Schlusslicht bilden.
Die Gruppe
Im Vorhinein sollte sich das Leitungsteam überlegen, wie die Gruppe organisiert werden sollte, um allen Teilnehmenden ein angenehmes Wander-Erlebnis zu ermöglichen. Es bietet sich an, kleinere Gruppen nach Leistung einzuteilen. So kann das Marschtempo innerhalb der Gruppe angepasst werden. Ein Nachteil ist, dass so mehrere Leitungspersonen mit der nötigen Fachkompetenz, sowie das zugehörige Material (Kartengrundlagen, Apotheken etc.) benötigt werden.